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ELISABETH HORNIG

Wilder Westen Breathwork - Intensiv atmen und alles wird gut

Ich werde immer wieder gefragt, was das eigentlich genau ist, dieses Breathwork. Vor allem auch von Personen, die eventuell schwierige Erfahrungen damit gemacht haben, Erfahrungen, die alles andere als sicher  und schon gar nicht traumsensibel waren.

Einfach intensiv atmen und alles wird gut - das ist es sicher nicht.


Man atmet intensiv mit überstrecktem

Breathwork ist schon zur Modeerscheinung geworden. Auch mir werden oft auf Social Media Videos von sich in Extase atmenden Menschen eingespielt, Angebote für Wochendend-Ausbilungen oder Workshops, in denen Breathwork als das fehlende Tool für Coaches empfohlen wird.

Quasi, wenn du die Technik beherrscht, kannst du jedem helfen. Oder eben als jemand, der Ruhe, Regulation oder Entspannung für den Alltag sucht, wird suggeriert, gelegentlich in eine intensive Breathwok-Einheit gehen, und du fühlst dich leichter, entspannter, freier und deine schwierigen Emotionen sind integriert (was auch immer das auch heißen mag).


Fast so, als ob wir Menschen eine Art Maschine wären, die man nur richtig beatmen muss, deren Knöpfe nur intensive genug gedrückt werden müssten und dann wären wir zurück gesetzt auf Werkseinstellung. Baby-neu.


So einfach?

Nein, natürlich nicht. Das wird nun kaum jemanden überraschen.

Mir geht es hierbei nicht darum mit dem Finger auf andere Angebote zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass jeder in dieser Branche, unterstützen und zur Regulierung, Entspannung und dergleichen beitragen möchte.

Mein Fokus liegt auf das bewusst Machen der Komplexität von Nervensystem-Regulation sowie den komplexen Zusammenspiel von Atemmuster und Zustand des Nervensystems.


Gerade Personen mit hohen alltäglichen Anforderungen und Tendenz zum High-Performing suchen schnelle und effiziente Wege,  mal runterzukommen. Das kann auch in einem Wochend-Workshop oder einem sicheren 2-stündigen Setting für den Moment gelingen. Eine nachhaltige Regulation bringt es selten, wenn das Nervensystem im Grunde seit Wochen, Monaten oder Jahren in Dysbalance lebt.

Nein, natürlich nicht. Das wird nun kaum jemanden überraschen.


Mir geht es hierbei nicht darum mit dem Finger auf andere Angebote zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass jeder in dieser Branche, unterstützen und zur Regulierung, Entspannung und dergleichen beitragen möchte.

Mein Fokus liegt auf das bewusst Machen der Komplexität von Nervensystem-Regulation sowie den komplexen Zusammenspiel von Atemmuster und Zustand des Nervensystems.


Gerade Personen mit hohen alltäglichen Anforderungen und Tendenz zum High-Performing suchen schnelle und effiziente Wege,  mal runterzukommen.

Das kann auch in einem Wochend-Workshop oder einem sicheren 2-stündigen Setting für den Moment gelingen. Eine nachhaltige Regulation bringt es selten, wenn das Nervensystem im Grunde seit Wochen, Monaten oder Jahren in Dysbalance lebt.



Weniger ist oft mehr

Daher möchte ich meinen Beitrag zur Aufklärung über einen behutsamen und nachhaltigen Weg der Atemarbeit, des Breathworks leisten.


Ja, es gibt diese intensiven Atemsessions, auch ich biete sie an. Sie haben ihren Sinn und ihre Berechtigung (lies hier mehr dazu), können unterstützen Stresszyklen zu schließen und die Integration emotionaler Prozesse fördern.


In meiner Arbeit als traumasensible Atemtrainerin ist Breathwork mehr als intensive Atemeinheiten, es ist ein Abholen und Erkennen des Nervensystems, wo es gerade steht. Ein Spüren, wie der Mensch sich gerade durchs Leben atmet.

Hierbei unterstützen Gespräch, (Atem-)Beobachtung und Atemanalyse.

Gezielt eingesetzte regulierende Atemtechniken helfen dabei, auch in fordernden beruflichen sowie privaten Phasen gesund und handlungsfähig durch den Tag zu kommen und vor allem den eigenen gesunden Atemrhythmus zu finden.

Dafür braucht es natürlich auch die Bereitschaft des:der Klient:in in den Prozess einzusteigen und das gesunde Atmen zu üben bis es wieder seine Natürlichkeit bekommt.


Und ja, der Atem macht schnell innere Muster sichtbar. Soll heißen, die bewusste Arbeit mit der eigenen Atmung berührt meist auch emotionale Themen. Denn die Art und Weise, wie wir atmen zeigt uns auch ein Stück weit, wie wir leben.


Was ist nun traumasensibles Breathwork?

In einem traumsensiblen Zugang weiß der:die Atemtrainer:in über Trauma Bescheid, erkennt Trauma, kann sichere Räume für Regulation schaffen und weiß Retraumatisierung zu verhindern.


Es geht um ein sensibles in Verbindung gehen mit dem Menschen ohne ihn in eine Richtung zu pushen.

Klar gibt es Ziele wie: Ich möchte wieder durchschlafen oder meine Schlafapnoe mindern.

ABER: Stets wird mit dem Prozess begleitet. Soll heißen, es wird mit dem gearbeitet, was sich aus dem Prozess ergibt und nicht auf Biegen und Brechen stur auf ein Ziel trainiert - ohne Rücksicht auf Verluste.

Es ist essentiell den natürlichen Prozessen die Zeit zu geben, die sich brauchen, um nachhaltige Veränderung zu ermöglichen und am Ende eben die gewünschte Verbesserung leben zu können.



Breathwork - eine Methode für jeden?

Beim Atmen gilt wie bei allen anderen Methoden und Techniken: es gibt kein one size fits all. Wichtig ist, sofern man die Kapazität dafür hat, mit sich selbst in Verbindung zu gehen und zu spüren, mit was man räsoniert, was fühlt sich eher weit und unterstützend als eng und „da muss ich halt durch“ an.

Es geht nicht ums Performen und Durchhalten für den:die Coach:in oder Therapeuten:in, sondern darum die Kapazität und die Ressourcen zu erweitern immer mehr zu spüren, was für die eigene Regulationsfähigkeit wirklich gebraucht wird.

Atem kann dabei ein Weg sein, mit der Betonung auf „kann“.


Ein erster Einstieg kann das Atmen in geführten Einheiten sein. Eine Möglichkeit dazu findest du hier.

 
 
 

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