Der unsichtbare Lehrer: Warum Atem mehr ist als Ein- und Ausatmen
- Elisabeth Hornig
- 2. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Wir leben in einer Zeit, in der sich vieles rasant verändert. Künstliche Intelligenz schreibt Texte, entwirft Bilder, analysiert Daten. Und doch gibt es etwas, das sie niemals können wird: atmen.
Der Atem ist der vielleicht größte gemeinsame Nenner des Menschseins. Etwas, das uns alle verbindet – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Religion. Und gleichzeitig ist er so individuell, dass er uns mehr über uns selbst verrät, als wir oft wahrhaben wollen.

Atem als Türöffner zum Leben
Es ist kein Zufall, dass sich so viele spirituelle und religiöse Traditionen seit jeher mit dem Atem beschäftigen. Vom indischen Pranayama über die Atemübungen des Daoismus bis hin zur christlichen Mystik – überall spielt der Atem eine zentrale Rolle. Kein Wunder: Atem ist Leben.
Wir kommen mit einem Atemzug auf die Welt, wir verlassen sie mit unserem letzten Ausatmen. Dazwischen trägt uns unser Atem durch alle Höhen und Tiefen.
Und mehr noch: Atem ist ein Schlüssel, um Körper, Geist und Emotionen miteinander zu verbinden. Wenn wir lernen, uns auf unseren Atem einzulassen, öffnen wir eine Tür – nicht nur zu mehr Ruhe, sondern auch zu tiefer Selbsterkenntnis.
Der Körper als Portal
Unser Körper ist kein bloßes Vehikel, er ist ein Portal. Über ihn gelangen wir zu unseren Emotionen, zu unserem Bewusstsein, zu unserer Fähigkeit, uns selbst zu regulieren und in Balance zu bringen.
Der Atem ist dabei der Türöffner.
Atmest du flach und schnell? Dann signalisiert dein Körper vielleicht Alarmbereitschaft.
Atmest du tief und gleichmäßig? Dann bist du wahrscheinlich in Verbindung mit deiner Ruhe.
Hältst du den Atem unbewusst an? Vielleicht weist dich dein Körper auf etwas hin, das du noch nicht sehen willst.
Der Atem zeigt dir: Hier stehst du gerade.
Und er schenkt dir gleichzeitig die Möglichkeit, dich selbst zu beeinflussen: dich zu beruhigen, dich zu aktivieren, dich zu fokussieren oder zu zentrieren.
Atem als Spiegel und Gestalter
Einige von uns wünschen sich, endlich „einfach entspannen“ zu können. Doch für manche ist genau das so herausfordernd.
Der Atem ist hier kein Zwangsinstrument, sondern ein sanfter Begleiter. Schritt für Schritt kann er Regulation zurückbringen und Vertrauen ins Spüren, ins Fühlen und ins Loslassen aufbauen.
Auch deshalb ist er ein so machtvolles Werkzeug in der Arbeit mit dem Nervensystem. Er zeigt uns unsere Grenzen – und wo wir Verbindung zulassen wollen.
Was mit Atem möglich ist
Die Vielfalt der Atempraktiken zeigt, welches Potenzial in diesem unscheinbaren, so alltäglichen Vorgang steckt:
Tummo-Atmung: Mönche im Himalaya nutzen sie, um ihren Körper zu erwärmen und innere Hitze zu erzeugen.
Apnoe-Training: Freitaucher verlängern durch gezielte Atemtechniken ihre Tauchzeiten und erweitern ihre mentale Stärke.
Holotropes Atmen und transformatives Atmen: Modernere Praktiken, die uns in tiefe Bewusstseinszustände führen kann.
Das alles sind Ausdrucksformen desselben Prinzips:
Atem ist Leben, er ist formbar und formt uns.
Bewusstsein durch Atem
Wenn wir unseren Atem ernst nehmen, wenn wir ihn nicht als Selbstverständlichkeit behandeln, sondern als das, was er ist – eine Brücke zwischen Körper, Geist und Seele –, dann öffnen wir uns für ein neues Bewusstsein.
Wir lernen, uns selbst klarer zu fühlen, unsere Bedürfnisse zu erkennen, uns zu regulieren. Wir werden fähiger, authentische Verbindung zu anderen einzugehen – ohne uns selbst zu verlieren.
Vielleicht ist das die eigentliche Einladung des Atems:
uns zu erinnern, dass wir Menschen sind. Lebendig, verletzlich, verbunden.
Und dass wir mehr in uns tragen, als wir oft glauben.
Atme gerne mit mir in meinen transformativen Atemsessions oder lass dich in einem Atemcoaching begleiten, deinen Atem und dein Nervensystem zu regulieren.
Hol dir deine:
um dein Nervensystem schon heute ganz einfach und unkompliziert in die Balance zu bringen.




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